Wissenswert

Ofen-ABC

Von Abbrandsteuerung bis Zündhilfe: Die wichtigsten Fachbegriffe rund um Kamin, Kachelofen und Grundofen – verständlich erklärt. Nutzen Sie den Buchstabenfilter oder die Suche.

A
Abbrandsteuerung
Elektronische Regelung für die Zuführung der Verbrennungsluft. Nach dem Anheizen des Brennstoffes kann die Ofentüre verschlossen werden und die notwendige Verbrennungsluft wird über einen Regelmechanismus genau gesteuert. Nach dem Abbrand schließt das System selbstständig die Verbrennungsluft, um ein vorzeitiges Auskühlen der Speichermasse zu verhindern.
Anheizklappe
Verschließbare Einrichtung zur Herstellung einer kurzen und direkten Verbindung zwischen Feuerraum und Schornstein, um Zugprobleme in der Anheizphase zu verhindern und schneller hohe Temperaturen im Brennraum zu erreichen.
B
Brennraum
Ist jener Teil des Kachelofens, in dem die Verbrennung stattfindet. Die Ausführung des Brennraumes kann unterschiedlich sein. Bei Grundöfen ist der Brennraum aus Schamotte gemauert und wird nach der Brennstoffmenge dimensioniert. Bei industriell vorgefertigten Einsätzen (Kamineinsatz, Holzbrandeinsatz etc.) kann der Brennraum aus Stahlblech oder Grauguss bestehen und zusätzlich noch mit Schamotte ausgekleidet sein.
Brennstoffwärmeleistung (Heizwert)
Ist die bei der Verbrennung freigesetzte Wärmemenge und wird in kWh/kg angegeben, bei Holz im Mittel mit 4,0 kWh/kg.
D
Drosselklappe
Metallklappe im Rauchgas-Verbindungsstück, die den Querschnitt des Abgaskanals verändert. Durch Verstellen der Drosselklappe lässt sich der Strömungswiderstand der Ofenanlage verändern, um die Zugverhältnisse im Schornstein zu verbessern.
F
Festmeter
Maßeinheit für Holz. 1 Festmeter = 1 Kubikmeter Holzmasse.
Feuchte (Feuchtegehalt beim Holz)
In Prozent angegebene Masse an Wasser im Verhältnis zur Trockenmasse (Darrmasse), d.h. die im Brennstoff gebundene Wassermasse bezogen auf die trockene Biomasse.
Feuerraum
Siehe Brennraum.
Fossile Energie
Wird aus fossilen Brennstoffen (z.B. Kohle, Torf, Erdgas, Erdöl) gewonnen. Fossile Brennstoffe sind vor Jahrmillionen aus toten Pflanzen und Tieren entstanden. Sie stehen nicht unendlich zur Verfügung, sondern können nur in gewissen zeitlichen Grenzen genutzt werden.
G
Glasur
Der Kachelmasse angepasste, verschiedenfarbige Überzüge, die die Kacheln in dünnen Schichten bedecken und beim Brennen der Kachel aufgeschmolzen werden.
Grundofen
Traditionelles Kachelofensystem. Zeichnet sich durch lange Nachlegeintervalle (bis zu 12 Stunden und länger) und große Speichermasse sowie durch milde Strahlungswärme aus. Der Grundofen ist in der Regel ortsfest und aus hochwertigen keramischen Materialien gebaut.
H
Heizkamin
Wird oft einfach nur Kamin genannt. Das Funktionsprinzip entspricht ungefähr dem des Warmluftofens. Die große Glasscheibe sorgt darüber hinaus für eine gute Sicht auf das flackernde Feuer. Der relativ hohe Anteil an Strahlungswärme verursacht ein angenehmes Temperaturempfinden. Der Unterschied zum Grundofen sind die kürzeren Nachlegeintervalle und die teilweise geringere Speichermasse.
Heizlast
Ist der für die Beheizung eines Raumes erforderliche Wärmebedarf. Bei einem sehr gut isolierten Raum (Raumhöhe 2,5 m) kann als Richtwert ca. 30 W/Stunde/Kubikmeter bei einer konstanten Raumtemperatur von 20 °C und einer Außentemperatur von 0 °C angenommen werden.
Holzbrandeinsatz
Industriell vorgefertigter Einsatz aus Grauguss mit Schamotteauskleidung. Wird im Kombiofensystem verwendet. Ein Teil der Wärmeabgabe erfolgt über Strahlung, ein anderer Teil über Konvektion. Nachlegeintervall ähnlich dem Grundofen.
Holzbriketts
Aus Hobelspänen oder Sägemehl gepresster, meist zylinderförmiger, in den unterschiedlichsten Qualitäten erhältlicher Brennstoff.
Hypokaust
Eine keramische Wand oder Hülle als geschlossenes System, welche durch Warmluft beheizt wird.
K
Kachel
Ein aus verschiedenen Tonen und Schamotte bestehender Bauteil des Kachelofens, der neben funktionellen Anforderungen (etwa als Wärmespeicher) auch optischen Anforderungen Rechnung tragen muss. Besonders hervorzuheben sind die Pflegefreundlichkeit der glasierten Oberfläche und die Vielzahl an Gestaltungsmöglichkeiten gegenüber verputzten Flächen.
Kacheleinheit (KE)
Weitverbreitete Verrechnungseinheit für Kacheln.
Kachelherd
Variante des Grundofens, die zum Kochen und Braten von Speisen verwendet wird.
Keramischer Zug
Besteht in der Regel aus Schamotte. In den Zügen werden die heißen Rauchgase abgeleitet und abgekühlt. Die Schamotte nimmt die Energie auf und speichert sie über längere Zeiträume, um die Wärme dosiert an den Raum abgeben zu können.
Kombiofen
Kachelofensystem mit Holzbrandeinsatz. Dieses System ist bei der Wärmeabgabe variabel. Ein Teil der Wärme wird in Form von Warmluft (konvektiver Wärme) rasch dem Raum zugeführt. Die restliche Energie wird von keramischen Zügen gespeichert und als Strahlungswärme dem Raum zugeführt.
Konvektionswärme
Jene Energie, die in Form von Warmluft an den Raum abgegeben wird, wie beim Heizkörper der Zentralheizung.
L
Luft – primär
Die für die Hauptverbrennung des Brennstoffes erforderliche Verbrennungsluft.
Luft – sekundär
Die für die Nachverbrennung der Rauchgase erforderliche Verbrennungsluft.
M
Mengeneinheiten für Holz
Festmeter = fm · Raummeter = rm · Schüttraummeter = Srm · 1 rm = 1 Ster Umrechnungsbeispiele: 1 fm Rundholz = 1,4 rm Scheitholz = 1,2 rm Stückholz geschichtet = 2 Srm Stückholz geschüttet = 2,5 Srm Hackgut fein (G 30) 1 rm = 1 Ster Scheitholz 1 m lang geschichtet = 0,7 fm Rundholz = 0,8 rm Stückholz geschichtet = 1,4 Srm Stückholz geschüttet 1 rm Stückholz ofenfertig geschichtet = 0,85 fm Rundholz = 1,2 rm Scheitholz = 1,7 Srm Stückholz geschüttet 1 Srm Stückholz ofenfertig geschüttet = 0,5 fm Rundholz = 0,7 rm Scheitholz = 0,6 rm Stückholz geschichtet
Modulares Heizsystem
System für Heizung und Warmwasser, bestehend meist aus einem Kachelofen oder Heizkamin mit integriertem Wärmetauscher. Das darin erhitzte Wasser wird über eine Pumpe an den Energiespeicher (Pufferspeicher) übergeben und unterstützt so die Zentralheizung. Zusätzlich lässt sich das System mit Solartechnik erweitern.
N
Nachlegeintervall
Jene Zeit von einem Abbrand über das Aufheizen des Speichers bis hin zur Abgabe der Energie an den Raum und der nächsten Feuerung.
Nachschaltfläche
Kann aus Schamotte oder Metall sein. Die Nachschaltfläche ist jene Masse, die sich als Züge oder Zugsystem dem Brennraum anschließt. Siehe keramische Züge.
Nennheizleistung
Die unter Berücksichtigung des Gerätewirkungsgrads zur Verfügung stehende Wärmemenge.
Nutzwärme
Siehe Nennheizleistung.
P
Pellets
Aus kleinen Holzschnitzeln gepresste Zylinder mit einem Durchmesser von ca. 5 mm. Können mit Druckluft oder Schnecke gefördert und automatisch, je nach Bedarf, dem Brennraum zugeführt werden.
Primärofen
Ein eigens für die Verbrennung von Pellets entwickelter Brenner, der in verschiedensten Systemen eingebaut wird.
Pufferspeicher
Wärmespeicher einer Heizungsanlage, der mit Wasser befüllt ist. Er gleicht Differenzen zwischen der erzeugten und der gerade benötigten Wärmeleistung aus. Herzstück des modularen Heizsystems, dessen Komponenten auf diese Weise weitgehend unabhängig vom Verbrauch betrieben werden können.
R
Rauchgas
Die bei der Verbrennung entstehenden Gase.
Raummeter
Maßeinheit für geschichtete Holzteile mit einer Länge von 1 Meter, die unter Einschluss der Lufträume ein Gesamtvolumen von 1 Kubikmeter ergeben.
Regenerative Energie (erneuerbare Energie)
Energieträger, die scheinbar unendlich zur Verfügung stehen oder sich verhältnismäßig schnell erneuern. Fossile Energien regenerieren sich demgegenüber erst über den Zeitraum von Millionen Jahren. Zu den regenerativen Energien zählen Wasserkraft, Windenergie, solare Strahlung, Erdwärme und nachwachsende Rohstoffe wie Holz.
S
Schamotte
Feuerfestes Material für den Feuerraum und die Speichermasse in Kachelöfen oder Heizkaminen.
Schüttraummeter
Maßeinheit für 1 Kubikmeter geschüttetes und fertig gespaltenes Holz.
Speichermasse
Jene Masse, welche die Wärmeenergie aufnimmt, speichert und zeitversetzt an den Raum abgibt.
Speicherofen
Entspricht in seiner Bauart einem Grundkachelofen, ist allerdings wesentlich platzsparender und deshalb besonders für kleinere Wohneinheiten geeignet.
Strahlungswärme
Die Wärme wird gleichmäßig, ähnlich wie bei der Sonne, von der Speichermasse als Strahlung an Wände, Boden und Gegenstände abgegeben. Das ermöglicht eine natürliche Erwärmung des Raumes. Die umgebende Luft wird nur indirekt erwärmt.
V
Verbrennungsluft
Die für die Verbrennung notwendige Menge Luft.
W
Wärmetauscher
Hat die Funktion, Wärme von einem Medium auf ein anderes zu übertragen, z.B. von Luft auf Wasser.
Warmluftofen
Ein System mit geringer Speichermasse und einem industriell vorgefertigten Feuerraum. Dieses System stellt in relativ kurzer Zeit große Mengen Warmluft zur Verfügung. Die Wärmeabgabe erfolgt hauptsächlich über Konvektion.
Wassergehalt (w)
Ist die in Prozent angegebene Masse an Wasser im Verhältnis zur Gesamtmasse (Frischgewicht), d.h. er beschreibt das in der feuchten Biomasse befindliche Wasser, wobei sich die feuchte Biomasse aus der trockenen Biomasse und der darin enthaltenen Wassermasse zusammensetzt.
Wasserschiff
Teil des Kachelherdes für die Aufbereitung von Brauchwasser.
Wirkungsgrad
Maßzahl der für den Betriebszweck nutzbar gemachten Wärmemenge in Bezug zur eingesetzten Wärmemenge. Beispiel: 1 kg gutes Brennholz enthält 4 kW Leistung. Wird dieses kg Holz in einem Gerät mit einem Wirkungsgrad von 80 % abgebrannt, erhält man eine nutzbare Leistung von 3,2 kW.
Z
Zündhilfen
Feueranzünder, z.B. Anzündwolle (Holzwolle mit Wachs), um das Feuer im Ofen leichter zu entflammen.

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